ZEUGEN JEHOVAS kündigen Klage gegen Journalisten an

Über die Redaktionsanschrift DER GLÖCKEL (vorm. muenchnernotizen) wurde dem Journalisten und Herausgeber Walter Egon Glöckel am 19.11.2003 ein Schreiben der Rechtsanwälte der Zeugen Jehovas, Kanzlei Moritz, Pikl und Winterlich zugestellt. Mit diesem Schreiben zeigt der bevollmächtige Rechtsvertreter im Auftrag der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas in Deutschland, e.V. Berlin, sowie der Wachtturm, Bibel- und Traktat-Gesellschaft der Zeugen Jehovas e.V. Selters, in zwei Punkten folgende Verstöße auf:

1. Der Journalist habe die Internetdomain „zeugen-jehovas.info“ auf sich registrieren lassen und verletze damit das Namensrecht der Zeugen Jehovas, was zumindest mit Verwechslungsgefahr und Zuordnungsverwirrung begründet wird.

2. Das innerhalb dieser Domain veröffentlichte geheime Anleitungsbuch für Führungskräfte der Zeugen Jehovas mit dem Titel „Gebt acht auf ecuh selbst und auf die ganze Herde“ wegen Urheberrechtsverletzung zu löschen.

Glöckel wird aufgefordert, eine dem Anwaltsbrief beigefügte Verpflichtungserklärung zu unterzeichnen, in der er den Verzicht auf die Domain und deren Aufgabe erklärt, ebenso die der registrierten Internetseite.

Brief Zeugen Jehovas von Moritz Pikl Winterlich - Seite 1 Brief Zeugen Jehovas von Moritz Pikl Winterlich - Seite 2 Brief Zeugen Jehovas von Moritz Pikl Winterlich - Seite 3

Der Schriftsatz des Anwaltes – zur Ansicht des Dokumentes auf die jeweilige Abbildung klicken

Eine Fristsetzung ist mit 25.11.2003 angeführt. Sollte bis zu diesem Datum die Erklärungen seitens Glöckels nicht beim Anwalt eintreffen, so sei dieser damit beauftragt, unverzüglich Klage zu erheben. Als Schadensverursacher mit einer bezifferten Schadenshöhe von 11.000.- € werden die Kosten seitens der Kanzlei in Höhe von 694,38 € dem Journalisten in Rechnung gestellt.

Die Vollmachten, die den Rechtsanwalt laut dessen Deklaration, mit der Vertretung der beiden Organisationen gegenüber Glöckel ausweisen, sind nur mit zwei Unterschriften versehen, die nur ansatzweise lesbar sind.

Vollmacht der Zeugen Jehovas-Organisation Vollmacht der Zeugen Jehovas-Organisation

Da Glöckel die Domain zeugen-jehovas.info bereits im September 2001 registrieren ließ und sie mit den Internetseiten ab 13. Oktober 2001 veröffentlichte, ist es offensichtlich, daß der Grund der Klageandrohung zum gegenwärtigen Zeitpunkt, also zwei Jahre später, in einer ganz anderen Ursache begründet ist. Ebenso wurde die besagte Publikation des sogenannten Schwarzbuches, das eine internerne Dienstvorschrift für Führungskräfte der Zeugen Jehovas darstellt, bereits am 17. November 2001 ins Netz gestellt. Zeugen-Jehovas.info wurde von dem Journalisten als Domain gewählt, um der Allgemeinheit Informationen über ausschließlich Zeugen Jehovas-bezogene Recherchen, Veranstaltungen und Materialien zur Verfügung zu stellen. Gerade die Veröffentlichung der Zeugen Jehovas-eigenen Publikation Link „Gebt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde“ ist von großer Bedeutung, weil dort unter anderem auch seitens der Organisation die interne Vorgansgweise bei Begehung von Straftaten durch Mitglieder geregelt ist.

Der wahre Grund dürfte jedoch sein, daß der Journalist über eine eigene Website die Veröffentlichung einer Dokumentation in Form eines Buches zum Dezember 2003 angekündigt hat. Dieses dokumentiert die Methodik der geistigen Manipulation der Zeugen Jehovas-Leitung gegenüber ihrer Mitgliedschaft. Der Analyse liegt eine mehrjährige Recherche zugrunde, die unter anderem auch in der Durcharbeitung von über 26.000 einzelnen Literaturseiten der Zeugen Jehovas-Publikationen bestand. Nachdem Glöckel den Standpunkt vertritt, daß die Registrierung der Domain und die dortige Zurverfügungstellung von einschlägigen Zeugen Jehovas-bezogenen Informationen in einem überwiegend höherem öffentlichen Interesse steht als das Begehren der Sekte, wird sich die Angelegenheit wohl durch die Instanzen ziehen.

Wenn man die aktuelle Website der Organisation betrachtet, dient diese als gutes Beispiel für die von Glöckel dokumentierte Methode bei der Dämonismus, der Teufel und das Schüren von Ängsten einen wesentlichen Faktor darstellt. Beispiel: die offizielle Website der Wachtturm Gesellschaft vom 22.11.2003 weist unter folgenden Überschriften Artikel für die Leserschaft aus:

1. War es Satans Jahrhundert?
2. Satan – Mythos oder finstere Realität?
3. Sind böse Mächte am Werk?
4. Hat das Böse gesiegt?
5. Wer steckt hinter allem Bösen?

Aus dem Quelltext der Website läßt sich dann ersehen, mit welchen Schlüsselwörtern die Zeugen Jehovas arbeiten. Der Artikel „Hat das Böse gesiegt?“ ist mit 25 Keywords versehen, wobei das Wort SATAN an 1. Stelle steht.

Screenshot der offiziellen Website der Wachtturmgesellschaft - ZEUGEN JEHOVAS vom 22.11.2003Screenshot der offiziellen Website der Wachtturmgesellschaft – ZEUGEN JEHOVAS vom 22.11.2003

Der Quelltext der Seite - TEUFEL an 1. Stelle der Schlüsselwörter für SuchmaschinenDer Quelltext der Seite – TEUFEL an 1. Stelle der Schlüsselwörter für Suchmaschinen

Reaktion vom Forum Kritische Psychologie e.V. zur Förderung von Wissenschaft und Bildung (München)

Forum kritische Psychologie e.V.Am 24.11.2003 erreichte den Journalisten im Zusammenhang mit der Ankündigung der Klage durch die ZEUGEN JEHOVAS-Führung Deutschlands, ein Schreiben des FORUM KRITISCHE PSYCHOLOGIE, eingetragener Verein zur Förderung von Wissenschaft und Bildung mit dem Sitz in München mit folgendem Inhalt:

DAS FORUM KRITISCHE PSYCHOLOGIE e.V. MÜNCHEN, ERKLÄRT SICH SOLIDARISCH MIT DEM BUCHAUTOR WALTER EGON GLÖCKEL IN ZUSAMMENHANG MIT DER VON DEN ZEUGEN JEHOVAS GEGEN IHN ANGEKÜNDIGTEN KLAGE.

für den Vorstand:
COLIN GOLDNER

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